Ich stimme zu!

Wir haben uns für die Unterschriftenaktion mit den Orchesterrettern verbündet – Eure Stimme könnt Ihr nun hier abgeben:

www.orchesterretter.de

Die bisher gesammelten Stimmen (ca. 1500) bleiben in unserer Verwahrung und fusionieren nur in der Zählung.

Wer möchte kann gerne einen Gedanken hinterlassen (bitte zum Seitenende scrollen)
Längere Beiträge schickt bitte an post@kultur-wozu.de, wir werden diese auf Wunsch in der Kategorie “Mein Kommentar” veröffentlichen.

Zugestimmt haben auch:

Unterschrieben haben auch Persönlichkeiten wie z. B. Helmut Lachenmann, Chaya Chernowin, Corinna Harfouch, Liza Lim, Salome Kammer, Edgar Reitz, Peter
Eötvös, Christobal Halffter, Ingrid Roscheck oder Wanda Reichardt.

27 Gedanken zu “Ich stimme zu!

  1. Mit Wut las ich über den bevorstehenden Abbau des RSO Baden-Baden, obwohl man sich in unserem Land eigentlich über nichts mehr wundern sollte. Wenn es darum geht die korrupten Regierungen anderer Länder oder noch korruptere Banken durch Milliardenbeträge in unvorstellbarer Höhe künstlich am Leben zu erhalten, so scheint dies alles kein Problem zu sein. Die Kosten für den Erhalt eines Sinfonieorchesters sind dagegen verschwindend gering, geradezu ein Witz.
    Als in der Nähe von Bern eine Musikschule geschlossen werden sollte, sagten die politisch Verantwortlichen zum Leiter “wir verstehen wie wichtig kulturelle Bildung ist, aber sie sollten auch verstehen, dass es uns einfach zu teuer kommt”. Der resignierte Leiter antwortete “wenn Ihnen Kultur zu teuer ist, so versuchen Sie es doch mit der Barbarei und wir wollen schauen, ob es für unser Land günstiger kommt…”
    Besichtigt man in anderen europäischen Ländern bedeutende Kulturstätten, so findet man hin und wieder Tafeln mit Aufschriften wie “1944 durch Krieg und Ungeist zerstört-Wiederaufbau 1962″. Auch in Deutschland sieht man solche Tafeln.
    Ich wünschte vielleicht im Jahr 2016 in Baden-Baden eine grosse Tafel mit der Aufschrift zu finden “Radiosinfonieorchester Baden-Baden, 2012 durch Barbarei zerstört-wiedereröffnet 2016″
    Rettet unsere musikalische Kultur, denn wenn interessiert es heute noch, ob 1780 irgendwelche Geldsummen gerettet wurden. Hätte es in dieser Zeit aber keine Sinfonieorchester gegeben, so hätten wir auch keine Werke von Mozart für diese Besetzung oder gar keinen Mozart-und die Welt wäre noch ärmer.

  2. Tja, Freunde. “Kultur” bedeutet in Zukunft: Vor der Glotze sitzen, und sich Teenager reinziehen, die sich stümperhaft im Vortragen von irgendwelchen Liedchen präsentieren….
    Die Musik ist sowieso tot (?). Die Kultur im Sinne von etwas gesellschaftlich Verbindlichem stirbt wohl ebenso. Um den Todeszeitpunkt noch ein wenig hinauszuzögern, bin ich natürlich strikt der Ansicht dass BEIDE Orchester bleiben. Tatsache ist dass die Verantwortlichen KEINE ANHNUNG haben, denn diese beiden Orchester klingen auf hohem Niveau durchaus verschieden, jedes auf seine eigene Art. Zusammenlegung heisst: ein musikalisches Spektrum tilgen.

  3. Das passt einfach ins Bild: Stuttgart 21 mit Milliarden Kosten für die Bürger und riesigen Immobilienspekulationen für das Finanzkapital, aber dann: “leider,leider” kein Geld mehr für unsere kulturelle Identität. -Dabei ist längst bekannt, dass Musik die Menschen verbindet, dem Leben Vieler erst einen Sinn gibt und radikalisierenden Tendenzen in einer frustrierten Bevölkerung entgegenwirkt. -Das braucht natürlich noch viel mehr als zwei Profiorchester, aber eine flächendeckende Kulturpflege mit den möglichen “Highlights”, die uns solche Orchester bieten können. – Ich, ehrlich gesagt, mache lieber Musik mit den Menschen, als z.Bsp. gegen Neonazis zu demonstrieren .

  4. In einer Zeit, in der konzeptlose Gruppierungen wie die sogenannte “Piraten-Partei” sich daran machen, das Rad neu erfinden zu wollen und mit solch wahnwitzigen Ideen wie der Schließung der Deutschen Oper, dem Verhindern eines Musikzentrums in Bochum und dergleichen mehr populistisch auf Stimmenfang zu gehen, muß mit aller Kraft dagegen angekämpft werden, daß unsere weltweit einzigartige Orchesterlandschaft weiter Schaden nimmt! Jede gekürzte Stelle, jede Fusion, jede Schließung ist ein irreparabler Schaden unserer in Jahrhunderten gewachsenen kulturellen Identität!

  5. Ja, es ist wirklich unerträglich, denn ein Orchester, das einmal weggekürzt ist wird NIEMALS wieder kommen!
    Wir hinterlassen dann unseren Kindern und Enkeln irgendwann kulturelle Wüstenlandschaften…
    Besonders anteilnehmend, da aktuell selber betroffen, grüße ich aus Remscheid!

  6. Was wir hier sehen, ist die Spitze des Eisbergs. Führt man sich die Liste der Orchester vor Augen, die es schon lange nicht mehr gibt, wird es einem regelrecht schwarz vor denselben. Aber Eisberge haben auch ihr Gutes. Denn endlich scheinen wir aufzuwachen. Eine Chance, die wir mit Aktionen, wie dieser hier wahrnehmen und die hoffentlich noch lange lebendig bleiben wird! Redet und seit laut! Zu lange hat jeder vor sich hin gewerkelt und gedacht, es wird schon alles gut gehen…

  7. Es ist einfach unerträglich, wie sich in diesem Lande absolute Kulturbarbaren und Kunstagnostiker auf den Intendantenstühlen ausbreiten. Schon der unsägliche Vorgänger Peter Voß legte seine destruktiven Hände an das weltweit singuläre SWR-Vokalensemble, um es zu verstümmeln. Freilich war noch genug Geld da, um sich selbst in einer überflüssigen Talkshow jahrelang selbst darzustellen.
    Unser Land ist doch in fast allen Bereichen nur noch Mittelmaß. Muss dann ausgerechnet die vielleicht letzte große Ausnahme, Deutschlands einzigartige Orchester und Theaterlandschaft ausbluten, um die teure und brutale Kommerzialisierung und Trivialisierung unserer Medien zu finanzieren.

    • Vielen Dank! Eine Bekannte sammelt seit Jahren Dialoge aus Sendungen der öffentlich-rechtlichen Medien unter verschiedenen Kategorien wie etwa “Gewalt”, “Frauenfeindlichkeit”, “Menschenverachtung” etc. Darf es vielleicht ein wenig Rassismus vom Allerfeinsten sein, wie in dieser im deutschen Fernsehen gezeigten amerikanischen Filmsequenz: Als ein Zeuge im Gericht geladen wird, sagt ein Richter dazu “wir übersehen ausnahmsweise, dass er ein Schwarzer ist und hören ihn dennoch an.” Gelächter im Saal…
      Das Niveau der deutschen Medien ist peinlich und unerträglich tief, und ich frage mich, was künftige Generationen davon halten, wenn sie später einmal im Geschichtsunterricht diesen niveaulosen Klamauk anschauen müssen. Ein Sinfonieorchester, aber auch Literatur oder Theaterkunst, wird in solch einem geistigen Umfeld natürlich als Provokation empfunden und muss logischerweise verschwinden-diese Werte passen auch gar nicht in eine solche Umgebung. Ein Trost bliebt uns vielleicht: von den “Produkten” der heutigen Medienherrscher wird nichts, aber auch gar nichts überleben.

      • Anmerkung zu meinem vorherigen Kommentar:
        Es versteht sich, dass in besagte Sammlung nur Filmzitate (meist aus US -Spielfilmen) aufgenommen werden, in denen etwa gewaltverherrlichende Aussagen oder Handlungen blank gemacht wurden. Oft von Personen, die im Film als Vorbild erscheinen, also in keinerlei kritischem Licht und Zusammenhang der Handlung stehen.
        Natürlich wäre es legitim, wenn etwa ein korrupter Richter in einem Film der die Sklaverei im Amerika des 19. Jahrhunderts kritisch darstellt, eine derartige Aussage machen würde: denn aus dem Zusammenhang wäre jedem klar, dass die Rolle des Richters hier negativ belegt ist, und nicht zur Nachahmung auffordert.

  8. Mit Erschrecken musste ich in meiner kurzen Zeit als Neu-Freiburger feststellen, dass man vorhat, das SO Freiburg und Baden-Baden und das RSO Stuttgart zu fusionieren.
    Es funktioniert schon rein musikalisch nicht, zwei völlig verschiedene Klangkörper jeweils von Weltruf miteinander zu vereinen. Jedes Orchester für sich ist schon ein Alleinstellungsmerkmal. Man bräuchte wahrscheinlich viele Jahrzehnte, um wieder ein einigermaßen vernünftiges Orchester als Vorzeigeklangkörper zu errichten. Abgesehen davon würde in den Städten, in denen die Orchester ansässig sind, ein großer Verlust an Kultur stattfinden, der ebenfalls viele Jahrzehnte nicht aufzuholen wäre.
    Wie kommen Menschen in hohen Positionen, deren Aufgabe und Zielsetzung doch auch der Kulturauftrag ist, zu dem Gedanken, Sparmaßnahmen an solchen Stellen vorzunehmen. Ich maße es mir nun nicht an an, besser zu wissen, an welchen Stellen man eher sparen könnte; jedenfalls nicht an der Kultur. Wenn schon das Schulsystem so wenig zu einer kulturellen Bildung beiträgt, dann sollten es doch die öffentlich-rechtlichen Anstalten sein, die mehr dazu beitragen müssen.
    Ich werde in meinen noch jungen Jahren anfangen zu heulen, wenn ich die Fusion oder Abschaffung der Orchester erlebe.

  9. Neue Musik zieht keine Massen an – klassische übrigens auch nicht, aber immerhin ein paar Leute mehr – sie bringt deshalb keine Quote, wenig Werbeeinnahmen, ist politisch von den jeweils Regierenden und deren Opponenten nicht nutzbar (wie z.B. diese unsäglichen Talkshows) – solche Musik, wie sie die Sinfonieorchester des SWR machen, ist nur Kultur, die dem Hörer Schönes, Ungewöhnliches, Herausforderndes, Berauschendes und bisweilen Irritierendes bietet. Das sind alles Dinge, die uns der Alltag nicht bieten kann, es sind Erlebnisse. Die SInfonieorchester des SWR erfüllen einen staatlichen Kulturauftrag mit dem Geld seiner gebührenzahlenden Bürger. An die Stelle der Könige und Fürsten zu Bachs, Mozarts und Beethovens Zeit, die solche Musik gefördert haben, sind die Bürger, vermittelt durch den staatlich organisierten Rundfunk getreten. Er muß den Kulturauftrag, den ihm das Gesetz zuweist, erfüllen. Wohin es führt, wenn es nur noch um Gewinnerzielung geht, sieht man an den privaten Fernsehprogrammen und am öffentlich rechtlichen Rundfunk und Fernsehen, wenn der es denen nachmacht (wie es bekanntlich in vielen Bereichen geschieht): das Niveau sinkt. Das wird in letzter Konsequenz dazu führen, daß er sich selbst überflüssig macht. Die Kappung wesentlicher Kulturangebote, die Abschaffung eines Orchesters in einem prosperierenden Bundesland wie Baden-Württemberg wäre ein weiterer Schritt dahin. Dagegen müssen wir uns auflehnen.

    • Dem Kommentar von Christoph Rosset kann ich nur zustimmen!
      Den Kultur-und Bildungsauftrag erfüllen die Öffentlich-Rechtlichen schon lange nicht mehr und die Privaten natürlich noch weniger. (Siehe meinen Beitrag oben). Während man nach der Tat von Winnenden die Worte sehr genau abwägt, scheinen die Medien in Bezug auf Gewalt oder Menschenverachtung völlige Narrenfreiheit zu haben und müssen sich in ihrer Parallelwelt nicht an die Werte unseres Grundgesetzes halten. Wie soll man einem islamistischen Prediger erklären, dass er sich an unsere Werte zu halten hat, wenn er abends das vom deutschen Steuerzahler finanzierte Fernsehprogramm dieser Art sieht?

  10. Den bisherigen Meinungen hier kann ich mich nur anschließen. Wenn es um den Erhalt der Orchester und auch Festivals etc. geht, kenne ich nur ein eindeutiges und solidarisches Ja, allein schon um der guten Sache willen, wenngleich ich manchmal persönlich nicht immer mit allem zufrieden bin was Programme und Chancengleichheiten angeht, mal von einem solch hochklassigen Orchester gespielt zu werden. Also, ich wünsche aufrichtig einen Tornado (der auch oben als solcher wahrgenommen wird) statt ein Rascheln…

  11. Meine volle Unterstützung für diese Initiative, die sich hoffentlich zu einer Art Plattform ausweitet, um dort und damit den unerträglich vielen gegenwärtigen und absehbaren zukünftigen Bestrebungen, Kunst gegen Quartalsbilanzen aufzuwiegen, ein Tosen, einen Orkan (Rascheln wird möglicherweise nicht genügen) entgegen zu setzen.

  12. Kulturlose Entscheidungsträger vernichten Stück für Stück einen wesentlichen Teil der Identität unserer Nation! Der entstandene Schaden wird die nächsten Generationen schwer belasten. Armes Deutschland!!

  13. wem nutzt es? Die “Einsparungen”, die erzielt werden könnten, wären angesichts anderer Ausgabendimensionen nur symbolische Signale zur Selbstrechtfertigung für eine politische Klasse, die nicht versteht, wie sehr das kulturelle Überleben von herausragenden “Kulturorganisationen” ihres Landes abhängt.

  14. Ich möchte auch zustimmen! Von meiner Heimat weiss ich wie es ist, wenn eine Regierung entscheidet an den falschen Stellen und Richtungen zu sparren.

  15. Gerade die Rundfunkorchester mit ihrer Flexibilität, Spielkultur und Offenheit sind ein unschätzbar wertvoller kultureller Schatz und einer der Gründe, warum nach wie vor junge (Orchester)musiker, Komponisten und Dirigenten aus aller Welt nach Deutschland kommen. Wer ernsthaft sucht, findet andere Sparmöglichkeiten. Nach der bereits erfolgten Fusionierung der Orchester aus Kaiserslautern und Saarbrücken und der Reduzierung des SWR Vokalensembles ist spätestens jetzt eine Grenze erreicht. Ein Rundfunkrat, der einer Fusion dieser unverwechselbaren Klangkörper zustimmt, macht die eigene Institution auf Dauer überflüssig und verrät seinen Kulturauftrag.

  16. Ja! Wir kämpfen für die Inhalte, deshalb brauchen wir die Institutionen. Die Rundfunkanstalten sollen wie Planck-Institute sein: Orte der Freiheit des Denkens. Jeder weiss, dass Spitzenforschung ohne Institutionen nicht funktioniert. Aber in der Kunst soll jeder selbst zusehen, am besten alles selbst gebastelt und dazu kostenfrei zum Download. Das ist Irrsinn. Rettet unsere Orchester, rettet unseren Kunstbegriff, rettet das Denken!

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